Die Burggräfler Tracht

Seit ungefähr 1750 hat sich diese Tracht weitgehend nicht mehr verändert. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

Pfoat: Weites aus Leinenstoff bestehendes Hemd. Besonders die Ärmel sind weit und bauschig und an den Achseln und am Handgelenk sehr stark gefältet. Je ein oder zwei kleine Messing-hafteln (Messinghaken) verschließen beide Ärmel und den Halsbund.

Leibl: Eine Art Weste aus rotem Scharlatin hergestellt. An der Vorderseite wird sie mit Glas-knöpfen die auf rotem Grund eine Edelweißblume zeigen einreihig zugeknöpft.

Housn: Kniefreie Lederhosen die an der Innenseite des Knieteils mit einem sechs Zentimeter langen Schlitz versehen sind welcher am Unteren Ende mit einem irchen Band verbunden ist. An den beiden Außenseiten führen bis zum Hosenbund rote dünne Schnüre herauf. Vorn an den Hosen sind zwei Säcke (Taschen), die mit je einem Knopf verschlossen werden und an den beiden Außenseiten öffnen sich in guter Handbreite die Schlitze der so genannten Schlitzsäcke.

Housnheber: Gemusterter Hosenträger, 6-7 cm breit, aus grünem Seidentuch mit einer star-ken Leinenfütterung. Zum Einhängen an den Hosenhaften gehören zwei Öffnungen mit Irch verstärkt.

Burggräfler in Tracht, um 1900.

Strümpfe: Die weisen, aus Schaf- oder Baumwolle gefer-tigten Strümpfe sind an der Rückseite reich mit Musterungen verziert.

Strumpfbänder: Die Strümpfe werden unterhalb der Knie festgehalten; jedoch so, dass ober dem Band noch ein Strumpfrand von einem Zentimeter bleibt. Das zwei Zen-timeter breite Band aus violett-bräunlich gefärbter, gewirkter Seide, ist so lang, dass es dreimal um den Strumpf und das Bein gewickelt werden kann.

Leibbind Ledergurt kurz auch Bind genannt, ist ein beach-tenswertes Schmuckstück der Tracht. Die Bind bedeckt den obersten Rand der Hosen und einen Teil des Leibls. Zwischen diesem und der Bind wird das Schnäuztüechel (Sacktuch) eingeschoben. Die Bind hat eine Breite von 15 bis 18 Zentimeter und ist reichlich mit Federkielstickerei verziert. Zum Verschließen ist sie mit einer Schnalle (Schließen) von schönen getriebenen Messingblech ver-sehen. Der Schmitz, ist das kleinere Ende des Leibriemens, hat eine Reihe kleiner Löcher, an denen je nach Bedarf der Schließen festgemacht werden kann. Zum Unterschied zu den Passeirern wird die Bind so getragen, dass die Schnalle (Schließen) nicht vorne sondern rückwärts zu sitzen kommt.

Schuech: Schuhe mit einem ziemlich hohen, nach unten schmäler verlaufenden Absatz. Der Aus-schnitt des Schuhoberteiles reicht nur am Enkl (Knöchel) tief herab, so dass er ihn vollständig frei lässt. Dieser Ausschnitt und der offene Schlitz, der bis zum Rist hinaus reicht, ist mit einem schwarzen Samtband umrandet. Zum Zubinden dienen moderne Schwarze Schuhbänder, die etwas über Normal-länge haben, weil die Öffnung hierfür eng nebeneinander sind. Rückwärts an den Fersen ist je eine Blumenverzierung in Federkielstickerei angebracht.

Halsbind (Halsflor): Feines Gewebe aus Seide in schwarzer Farbe, das ein wenig in das bräunliche geht. Sie ist 20 bis 30 Zentimeter breit und beinahe zwei Meter lang. Sie wird zweimal um den Hals gelegt und vorn zu einer losen Schlinge gewunden. Beide Enden werden unter dem Hosenheber durchgezogen und in die linke Achselöffnung des Leibls gesteckt.

Hemat; Hemet: Es wird aus bräunlichem, schwarzen Loden gefertigt. Das Rumpfoberteil hat drei Schnitte. Die Schösse bestehen aus vier Teilen, die am Rumpfstück festgenäht sind und frei herab-hängen. Die Ärmel reichen bis zu den Handgelenken, wo sie fünf Zentimeter breit geschlitzt sind. Das Hemat ist kragenlos, aber der Halsausschnitt ist stark abgenäht. Vorn ist an beiden Seiten ein hand-breiter zinnoberroter (scharlatiner) Aufschlag. Derselbe verläuft in einer schwungvollen Linie vom Halsausschnitt bis zu den Schößen hinab. Das Hemat hat vorne keine Verschließmöglichkeit, so dass die Brust nicht davon verdeckt wird.

Huet: Der niedrige Gupf ist nach oben hin durch die Form zweier Spitzbogenlinien verengt. Der Gupf wird im unteren bereich mit roten Schnüren umwunden. Der Hut ist je nach Lage des Dorfes aus schwarzen oder grünem Filz gefertigt, die Flügel haben eine breite von 4 - 5 Zentimeter. Charak-teristisch ist auch das Tragen der Federn und Spielhahnstöße.

Alt - Meraner Schützenhut: Der Hut hat einen Durchmesser von 50 - 60 Zentimeter. Der unter Flügelrand ist mit einem 10 Zentimeter breiten Seidenband eingefassen. Der grüne Hut ist mit je zwei grün, rot und goldenen Schnüren verziert, die als Abschluss je zwei kleine Tschöggelen (Quasten) rückwärts über die Hutkrempe legen.