Die Ultner Tracht
Die Ultnertracht wird nur in den vier Dörfern des Ultentales getragen und geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine alte Bergknappentracht zurück.
Pfoat: Weites aus Leinenstoff bestehendes Hemd. Besonders die Ärmel sind weit und bauschig und an den Achseln und am Handgelenk sehr stark gefaltet. Je ein oder zwei kleine Knöpfe verschließen beide Ärmel und den Halsbund.
Leibl: Eine Art Weste aus rotem Scharlatin hergestellt. An der Vorderseite wird sie mit Messing-knöpfen einreihig zugeknöpft.

- Ultner in der Tracht, 1926.
Housn: Lederhose die bis über die Knie und etwa 2 cm über die Stutzen reicht. An der Außenseite befinden sich 2 Ösen durch den ein Lederband durchgezogen wird durch welches die Stümpfe festgehalten werden. Vorn an den Hosen sind zwei Säcke (Taschen), zudem ist der Vordere Mittelteil und die untere Außenseite mit gestickten Mustern und hellen beschen Schnüren verziert.
Housnheber: Die Hosenträger sind 7- 8 cm breit, aus grünem gemusterten Seidentuch mit einer starken Leinen-fütterung. Das Muster stellt meist den Reichsadler dar, die Träger habe vorne wie hinten die form eines H. Zum Ein-hängen an den Hosenknöpfen gehören zwei Öffnungen mit Irch verstärkt.
Halsbind (Halsflor): Feines Gewebe aus Seide in schwarzer Farbe, das ein wenig in das bräunliche geht. Sie ist 20 bis 30 Zentimeter breit und beinahe zwei Meter lang. Sie wird zweimal um den Hals gelegt und vorn zu einer losen Schlin-ge gewunden. Beide Enden werden unter dem Hosenheber durchgezogen und in die linke Achselöffnung des Leibls ge-steckt.
Leibbind: Ledergurt kurz auch Bind genannt, ist ein beachtenswertes Schmuckstück der Tracht. Die Bind bedeckt den obersten Rand der Hosen und einen Teil des Leibls. Zwischen diesem und der Bind wird das Schnäuztüechel (Sacktuch) eingeschoben. Die Bind erreich nicht ganz die breite einer Burggräfler und ist reichlich mit Federkielstickerei verziert. Zum Verschließen ist sie mit einer Schnalle (Schließen) von schönen getriebenen Messingblech versehen. Der Schmitz, ist das kleinere Ende des Leibriemens, hat eine Reihe kleiner Löcher, an denen je nach Bedarf der Schließen festgemacht werden kann.
Strümpfe: Die weisen, aus Schaf- oder Baumwolle gefertigten Strümpfe sind an der Rückseite reich mit Musterungen verziert.
Schuech Die schwarzen Schuhe haben einen fast gleichmäßigen großen und tief verlaufenden Ausschnitt des Schuhoberteils. Der niedere Absatz verläuft gleichmäßig, zum zubinden dienen Lederne Schuhbänder für welche es nur 3 Öffnungen gibt. Der Ausschnitt und der Rist werden von einen eingenähten Lederstreifen umrandet.
Hemat; Hemet: Es wird aus bräunlichem Loden gefertigt. Das Rumpfoberteil hat vier Schnitte, an der Rückseite ist das Hemat drei mal etwa ein drittel der Gesamtlänge geschlitzt. Die Ärmel reichen bis zu den Handgelenken, wo sie 8 Zentimeter breit geschlitzt sind und einen gleich breiten dunkelgrünen Aufschlag haben. Das Hemat ist kragenlos, aber der Halsausschnitt ist stark abgenäht. Vorn ist an beiden Seiten ein dunkelgrüner rechteckiger Aufschlag. Das Hemat hat vorne keine Verschließmöglichkeit, so dass die Brust nicht davon verdeckt wird. Charakteristisch für die Ultner Tracht sind auch die "Schwalbennester" am oberen Ende der Ärmel.
Ultner Schützenhut: Der Hut hat einen Durchmesser von 50-60 Zentimeter. Der rechte Flügel wird mit einem Messinghaken am Gumpf befestigt. Der schwarze Hut wird am Gumpf mit einer großen Anzahl an Fäden umwunden. Sie werden in vier Reihen aufgeteilt und jeweils fünf mal befestigt. An der Rückseite werden sie aufwendig verknüpft und hängen zum Abschluss als zwei Tschoggeln (Quasten) rückwärts über die Hutkrempe. Auf dem Hut wird zusätzlich noch eine weiße Hahnfeder getragen.