Burggräfler Schützenwesen bis zum 1. Weltkrieg

1272 Erließ Graf Meinhard II von Tirol und Görz die Anordnung, dass die “Purger der Civitas de Merani” Mauern und Stadt zu schützen und verteidigen haben.

1347 Im Krieg zwischen den Luxemburgern und Margarethe von Tirol kann Schloss Tirol und die Stadtburg Ortenstein gehalten werden. Die Zenoburg und die Stadt wurde niedergebrannt.

1415/16 Nach der Flucht Herzog Friedrichs aus der Konstanzer Haft, folgte der Konflikt mit dem Falkenbund, welcher sich mehrheitlich auf die Seite des Herzog Ernst, der nach dem Besitz Tirols strebte, gegen Friedrich stellte. Doch erstmals sprechen die Bürger und Bauern ein gewichtiges Wort. Die Belagerung der Festung Greifenstein wurde von den Aufgeboten der Stadt Meran, sowie jener von Bozen, St. Georgen, Ritten, Hafling, Mölten, Sarntal und Jenesien durchgeführt.

1431 54 Meraner rücken unter Landeshauptmann Ulrich von Matsch gegen den Churer Bischof.

1460 Erste Urkundliche Erwähnung der Schenner Schützen.

1465 Gab es “zu Ehren der Stadt für Edle und Unedle” ein Schießen am Schießstand vor dem Vinschgauer Tor, das 8 aneinander folgenden Sonntage dauerte.

1497 Kaiser Maximilian bestätigt der Stadt Meran alle ihre Rechte und Freiheiten und verleiht das Vorstreitrecht.

Darstellung der Schlacht am Eingange des Münstertales "auf der Calva" 1499, gut erkennbar die Fahne mit dem Tyroler Adler.

22. Mai 1499 Die Schlacht an der Calva, eigentlich am Eingang des Münstertales, ging verloren; von Meran und Umgebung kamen 150 Mann um.

Ende Juni 1499 Die Engadiener zogen "segend und brennend" durch das Vinschgau, Daraufhin zogen Ultner Sturmschararen (etwa 600 Mann) über den Hohen Marchegg und die Hochalm dreimal "mit Druml, Hörnd und Fackelen" hinunter und wieder leise zurück. Die Schweizer seien daraufhin in aller Frühe von Kompatsch vor Naturns, bis wohin sie gekommen waren, zurück über den Ofenpass. Anführer der Ultner war der Werchbürger Jakob Marsoner, der die Sturmscharen durch das Kreienfeuer auf dem Rainhof zusammengerufen hatte.

15. August 1499 Wurde in Meran ein Landtag gehalten, auf dem eine strenge Feldordnung aufge-stellt wurde, und 4.000 Mann von der Landschaft bewilligt wurden.

1504 Schickte Meran eine Kompanie von 59 Mann nebst Hauptmann, Fähnrich, Waibl, Pfeifer und Trommler wegen des Bayrischen Einfalles nach Kufstein. Hauptmann war Georg Bucher.

1508 Verlegung des Meraner Schießstandes, welcher sich bis dahin auf der Mairan vor dem Vinschgauer Tor befand, außerhalb des Ultnertores.

1510 Hatte die Stadt Meran bedeutende Ausgaben wegen des fortwährenden Krieges mit Venedig. Es wurden 25 Knechte unter Hauptmann Aischendorfer ausgerüstet und auf drei Monate verpflegt. Später rückte eine andere Truppe von 42 Mann aus, denen 48 weitere Knechte unter Hauptmann Empel nach Valsugana nachfolgten.

1511 Kaiser Maximilian erließ aufgrund einiger Mängel in der bisherigen Landesverteidigung eine neue Landwehrordnung für Tirol, das so genannte elfjährige Landlibell.

1518 Wurde von Hans Luz aus Augsburg ein großes Scheibenschießen veranstaltet. Es wurde dazu eine neue Schießhütte samt Dach gebaut. Den Schützen wurden zwei “Yhren” Wein zum Geschenke gemacht.

1552 Waren Anfang März 78 Mann aufgerufen worden, die sich in folgender Rüstung präsentierten: 17 Langspießer, 7 Hellbardner, 18 Haggen, 16 Rüstung, 1 Ringhaggen, 1 Schlachtschwert

1605 Erzherzog Max erließ eine neue Zuzugsordnung, "gemäß dem Landlibell von1511". Das Burgrafenamt musste im ersten Falle 604 3/8, im zweiten 906 9/16, im dritten 1208 3/4 Mann zur Verteidigung des Landes ins Feld zu stellen.

1632 Offizielles Gründungsjahr der Schützenkompanie Partschins.

1. Juli 1703 Nachdem Kurfürst Max Emanuel von Bayern siegreich in Tirol einmarschierte, ließ er sich von der Tiroler Regierung huldigen und schickte alle Aufgebote nach Hause. Jedoch hatte man die Rechnung ohne dem Volke des noch freien Südtirol gemacht. Ganz Südtirol griff zu den Waffen, erschoss sogar einige österreichische Beamte, welche zum Frieden mahnten. Beim Auszug der Meraner gegen den Jaufen erfolgte eine Meuterei gegen ihren Anführer Vigil von Hohenhauser. Man warf ihm vor, gemeinsame Sache mit dem Feind zu machen, da er nicht für ausreichend Munition sowie Mobilisierung gesorgt habe; er wurde in St. Martin erschossen. Kurzerhand wurde Baron von Flugi zum Kommandanten gewählt, und man zog weiter gegen den Feind.

17. Juli 1703 Erfolgte der Angriff auf die Bayern wobei Baron Flugi mit seinen Leuten die so genannten Geigen erstieg und auf den Höhen von Stafflach herunter dem Feind in den Rücken fiel, was hauptsächlich zum glücklichen Ausgang des Gefechtes führte.

24. Juli 1703 Wurde der bayrische Kurfürst, aufgrund der Eroberung von Hall durch den Landsturm, gezwungen seine Truppen am Brenner, welche noch immer im Feuer der Südtirolern standen, nach Innsbruck abzuziehen. Die Südtiroler Schützen folgten dem Feind sofort nach. In Innsbruck eingeschlossen, erzwingt der Kurfürst unter schweren Opfern am 26. Juli den fluchtartigen Rückzug über Zirl nach Bayern. Das Abenteuer kostete den Bayern 3.000 bis 4.000 Mann und 14 Kanonen, die Tiroler beklagten etwa 100 Tote. Doch noch war der Kampf nicht aus, denn jetzt versuchten Franzosen von Italien aus das Land zu erobern. General Vendome rückte

anfang August 1703 mit 20.000 Mann in drei Kolonnen im Welschtirol ein. Die Südtiroler Schützen unter Cazan, Flugi und Brandis wurden sofort aus dem Inntal zurückgeholt und in Welschtirol und südlich von Bozen das allgemeine Aufgebot ausgerufen.

Vom 1. bis 11. September 1703 Standen die Franzosen vor Trient, und beschossen es mit Kanonen ohne einen Angriff zu wagen. Sie mussten das Land wegen der Stärke der Österreicher und Tiroler fluchtartig verlassen. Der Meraner Adlerwirt, Johann Schgier, erhielt für seine Verdienste in diesem Kriege, vom Kaiser Leopold I ein Wappen verliehen.

1704 Die Schützenkompanie St. Walburg wurde im Zuge des Bayrischen Rummels amtlich gegründet.

9. November 1733 Auszug der Meraner Schützenkompanie nach Storo; die Kompanie bestand samt den Offizieren aus 113 Mann. Hauptmann war Baron von Voglmair, Leutnant Baron von Flugi, Unterleutnant Herr Schöpfer und Feldkaplan Herr Späth. Dieser Kompanie schlossen sich als Freiwillige die Grafen Johann und Franz Fuchs und ein Graf Trapp an.

14. Juli 1734 Zum Schießstand von Meran gehörten die Ortschaften Mais, Tirol, Gratsch, Riffian, Kuens, Hafling, Vöran und Aschl, und er hatte bisher zu Schießübungen jährlich 16 Thaler erhalten. Nach der neuen Ordnung wurden die Bestgaben vermehrt. Diese Schieß- und Schützenordnung wurde vom Hauptmann Baron von Voglmair entworfen und von der Regierung angenommen.

November 1735 Wurden erneut die welschen Confinen vom Feind bedroht. Deshalb befahl die Regierung, dass Hauptmann Anton von Voglmair seine Kompanie marschbereit halte; für Pulver und Blei sei gesorgt. Im November traf der Befehl ein, mit der Schützenkompanie aufzubrechen und an die Grenze zu ziehen. In Bozen entstand ein Streit, welche Kompanie die Ehre habe, zuerst abzumarschieren; der Hauptmann der Meraner Kompanie Baron von Hausmann stellte fest, dass die Meraner Kompanie von jeher als Leibkompanie und Erste im Range angesehen worden sei. Der Obrist Baron von Cazan erkannte das an, und so konnte die Meraner Kompanie als Erste von Bozen aus- und in Trient einmarschieren.

Im August 1765 Zog die Meraner Schützenkompanie zum Hochzeitsfest Erzherzog Leopold, nachmaliger Kaiser, mit einer spanischen Prinzessin. Sie behauptete als Leibkompanie gegen die Ansprüche der Bozner ihr altes Recht, zuerst ein- und auszumarschieren. Meran hatte auch das Recht, im ständischen Landtag vor allen übrigen Städten des Landes als alte Landeshauptstadt zuerst die Stimme abzugeben, und bei feierlichen Aufwartungen trat der Bürgermeister von Meran allen übrigen Bürgermeistern voran.

30. Mai 1796 Zogen 2 Kompanien des Gerichtes Meran-Passeier mit 120 bzw. 140 Mann unter den Hauptleuten Felix von Gasteiger und Franz von Weber an die italienische Grenze, um einen französischen Einfall abzuwehren, und nahmen auf dem Tonale und bei Pejo Stellung.

26. Juni 1976 Griffen die Franzosen am Monte Baldo zum ersten mal an. Dabei geriet die Schützenkompanie Lana mit Ulten und Tisens (Hauptmann Josef Rutter) als eine der ersten aller Tiroler ins Feuer. Die Kompanie wird rühmlich hervorgehoben, dass sie sich sowohl im Kampfe wacker gehalten, als auch aufopfernde Sanitäterdienste geleistet hat.

Ende Juni 1796 Die zwei Kompanien auf dem Tonale wurden von 3 Kompanien Gerichtes Meran-Passeier abgelöst. Sie standen weiter hin unter dem Kommando der Hauptleute v. Gasteiger und v. Weber.

Ende August 1796 Stand eine Meraner Kompanie unter dem Hauptmann Josef Glatzl in Dimaro, zusammen mit den Kompanien aus Tisens mit 101 Mann unter Hauptmann Josef Mayr.

Mitte September 1796 Rückten zusätzliche Schützenkompanien an der Tonale-Front ein, so die Kompanien Maran-Algund (Hauptmann Valentin Tschöll mit 121 Mann), Lana (Hptm. Josef v. Call mit 124 Mann), Meran-Tirol-Riffian (Hptm. Johann Laimer mit 106 Mann).

Oktober 1796 Waren bereits 18 Kompanien aus dem Burggrafenamt und Passeier (zuzüglich zu den oben genannten waren Algund, Mais, Naturns, Partschins, Schenna, Kuens und Forst mit Kompanien vertreten) mit insgesamt 2700 Mann an der Südfront, auch aus Tisens und Ulten rückten einige Kompanien aus.

November 1796 In den Kämpfen bei Buco di Vela, Terlago, Molveno und später bei Nago taten sich die Passeirer Scharfschützenkompanien der Hauptleute Karl Thurnwalder, Johann Neuhauser und Johann Hofer rühmlich hervor.

1797 Weihe der Schützenfahne des k.u.k. Hauptschießstandes Meran, welche den Schützen auch 1809 voranflatterte. Die Schützenfahne besteht aus grün-weiß-grünem, seidenem Fahnentuche und trägt im Mittelfelde einen gestickten Reichsadler, über dem der Tiroler Adler und der Meraner Stadtwappenadler schweben und in den Schnäbeln einen Lorbeerkranz halten. In den Fängen halten diese beiden Adler je einen Eichenkranz. Um den Hals hat der Reichsadler ebenfalls einen Lorbeerkranz. Das Fahnentuch ist von einer Silbergestickten Bordure umrahmt. Ebenso sind Krone, Zepter, Schwert und Reichsapfel am Doppeladler ausgeführt. Auf der anderen Seite des Fahnenblattes sieht man im Mittelfelde das Bild des Hl. Sebastian in gobelinartig ausgeführter Stickerei mit der Überschrift "Schutzpatron". Als Inschrift auf der Vorderseite ist längs der Fahnenstange, welche eine mit Eichellaub gezierte Fahnenspitze krönt, zu lesen "Meran anno MDCCXCVII".

März 1797 Drangen erneut französische Heeresabteilungen durch das untere Etschtal herauf. Eine starke Kompanie von Meran hatte auf der rechten Flanke der österreichischen Truppen heftige Kämpfe bei Deutschmetz, Zambana und Rocchetta zu bestehen, wo sie sich sehr tapfer hielt.

29. März 1796 Bei heftigen Kämpfen um Bozen taten sich besonders die Schützenkompanien von Schenna, Riffian, Passeier, Kuens und Algund hervor. Eine der fünf Passeier Landsturmkompanien wurde von Andreas Hofer kommandiert.

3. April 1797 Die Burggräfler Aufgebote, viele nur mit Hieb- und Stichwaffen bewaffnet, schlugen den angreifenden Feind bei Jenesien und drängten ihn mit Laudons Truppen in die Stadt Bozen zurück. Nach den Kämpfen in welchem die Franzosen 1.500 Mann in und um Bozen verloren, flüchteten diese in der Nacht über den Kuntersweg nach Brixen. Der Sieg dieses Tages wurde hauptsächlich den Schützen und Landstürmern des Burggrafenamtes zugeschrieben.

25. März 1799 Erneuter Einfall der Franzosen durch Taufers im Münstertal. Zu diesem Zeitpunkt waren mehrere Schützenkompanien im Vinschgau stationiert. Die Passeirer und Partschinser Schützen schlugen sich wacker mit dem vorstürmenden Feind bei der Marengbrücke, am Glurnser Wasserkanal und bei Latsch. Die Meraner Kompanie stand oberhalb Schluderns und hatte keine Gelegenheit zum Kampfe, und musste nur Zeuge der Flammen der brennenden Stadt Glurns und des Marktes Mals werden.

20. Februar 1801 Überbrachte ein österreichischer Offizier der Stadt Meran die Nachricht von dem zu Lüneville am 9. Februar geschlossenen Frieden, worauf sich die anwesende Sauvegarde von 42 Franzosen und 42 Österreichern, welche seit dem Waffenstillstand am 25. Dezember 1800 als Sicherheitswache in Meran stationiert waren, die Stadt verließen. Zum Dank der Ver-schonung der Stadt in diesem Kriege errichtete sie eine Marmorstatue der Unbefleckten auf dem Sandplatz mit gleichzeitiger Verlobung alljährlich eine Prozession am ersten Sonntag im Mai abzuhalten.

Anfang April 1809 Traten die Vorbereitungen des Volksaufstandes gegen die bayrische Besatzung nun voll in Aktion. Im Landgericht Meran waren vorläufig Mitwissende: Johann Prunner, Oberwirt in Schenna, Johann Mößl (Stallele) und Blasius Trogmann (Fink) in Mais, Valentin Tschöll Bürger von Meran, Jakob Flarer, Widumsbaumann und Alois Elsler Schullehrer auf Tirol, Matthias Ladurner (Oberdorner) in Algund, Josef Moser (Maratscher) in Plars, Johann Gstirner Neuwirt in Rabland, Franz Tappeiner (Obermair) in Tschirland. Der Beginn des Aufstandes wurde auf den 11. April festgesetzt.

11. April 1809 Ohne dass die bayrische Besatzung etwas bemerkte, rückte der mobilisierte Landsturm bei Einbruch der Nacht auf den 11. April in Kompanien geordnet gegen die Stadt Meran. Valentin Tschöll, marschierte mit ihnen in Meran ein. Am Morgen stellte er Wachen vor den Wohnungen des neuen königlich-bayrischen Landrichters August von Vincenti und des alten Landrichters Josef Wieser, des Landgerichtsschreibers Jakob Kleemann, des Grafen Ignatz von Mamming, des Bürgers und Bäckermeister Josef Ladurner auf. Valentin Tschöll ließ den Stadt-magistrat auf 7 Uhr Morgens ins Rathaus laden und verkündigte die österreichische Besitznahme von Tirol. Weiters forderte er die versammelte Bürgerschaft auf, den Feind aus dem Lande zu jagen und sich mit anrückenden Österreichern zu verbinden. Noch am selben Tage rückten die Meraner mit den Kompanien der umliegenden Gemeinden, insgesamt 2.000 Mann, nach Bozen. Am selben Tag zog Andreas Hofer mit den Passeirern über den Jaufen gegen Sterzing, wo es im Sterzinger Moos zur erbitterten Schlacht kam. Doch gelang es den Passeirern den Widerstand zu brechen. Nach einem Verluste von 240 Toten und Verwundeten streckte der Überrest der Bayern, die Waffen. Nicht viel besser ging es der französischen Kolonne unter Bisson und Lemoine an der Ladritscher Brücke. Bisson gelangte zwar über den Brenner, musste sich aber in Wilten an Teimer ergeben. Lemoine flüchtete nach Bozen, von wo er in der Nacht auf den 13. April jedoch wieder abzog. Am Morgen des

13. April 1809 rückten die Burggräfler in Bozen ein und verfolgten den geflohenen Feind bis Trient. In Trient stand zu diesem Zeitpunkt der französische Divisiongeneral Baraguay d’Hilliers mit etwa 5.000 Mann. Bis auf Trient war Tirol befreit.

19. Mai 1809 Neue feindliche Kolonnen unter Marschall Lefebre rückten in Innsbruck ein. Ein großer Teil des Landes zeigte sich gewillt die Waffen zu strecken, nur im Burggrafenamt, im Vinschgau und im Oberinntal war man zur Gegenwehr entschlossen. Schon am nächsten Tage zog eine 110 Mann starke Meraner Kompanie unter Hauptmann Felix von Gasteiger mit weiteren Burggräfler Kompanien nach Passeier und vereinigten sich mit dem Passeirern unter Andreas Hofer, der erstmals als Oberanführer der Tiroler auftrat. Sie zogen über den Jaufen zum Brenner. Dort trafen sie auf die kaiserlichen Truppen des General Buol’s etwa 2.300 Mann stark, welche sie als “willenlose Schar” mitrissen.

25. Mai 1809 Die Schützen standen bereits auf dem Schönberg, und kamen mit dem 8.000 Mann starken Feind in Kontakt. Um 15 Uhr begann der Angriff, ohne dass der Kampf entschieden wurde, da jede Seite die eigenen Stellungen behielt. An diesem Tage verlor die Meraner Kompanie den Grafen von Stachelburg, der letzte Spross seines Geschlechtes. Er hatte sich freiwillig und auf eigenem Solde der Meraner Kompanie angeschlossen.

Der Dorf Tiroler Schützenhauptmann Jakob Flarer, Gemälde im Berg Isel Museum.

29. Mai 1809 Erneut griff man den Feind um 8 Uhr morgens von allen Seiten an. Das Feuer hat die Schützen-kompanie Dorf Tirol unter dem Hauptmann Jakob Flarer, welcher der Kompanie schon 1796 als Unterleutnant diente, eröffnet. Der Kampf zog sich über den ganzen Tag hindurch. Die Bayern zogen sich im Verlauf der Schlacht nach Innsbruck zurück, und zogen noch in der folgenden Nacht ab.

27. Juli 1809 Nach dem Waffenstillstand von Znaim und den Abzug der österreichischen Truppen aus dem Lande, drang der Feind von allen Seiten ins Land. Marschall Lefebre stand bald mit seinen Armeekorps in Innsbruck und drang von da über den Brenner gegen Brixen vor. Nur das obere und mittlere Etschtal war noch nicht besetzt. Angesichts dieser Lage erging Hofers Aufruf besonders an die Burggräfler und Passeirer welche, 2.000 Mann stark, über den Jaufen gegen Lefebre zogen.

10. August 1809 Kam es zur Schlacht an der Moosbrücke und bei “Einsiedl” am Fuße des Jaufen. Nach vierstündigem Kampf ersucht Lefebre um einen Waffenstillstand für den folgenden Tag. Noch in der Zeit des Waffenstillstandes begann der Feind sich zurückzuziehen. Die Landes-verteidiger folgten ihm. Der Meraner Kommandant Valentin Tschöll rückte mit 14 Kompanien über die Ellbögen auf dem Patschberg bis nach Lans. Die übrigen Meraner mit den Passeirern unter dem Kommando des Sandwirtes, verfolgten den Feind bis zum Schönberg.

13. August 1809 Dritte Berg Isel Schlacht, der Feind wurde von mehreren Seiten angegriffen. Von den Oberinntalern und Vinschgern bei Kranewitt, von den Unterinntalern bei Hall und der Volderer Brücke. Am Berg Isel führte Pater Jochim Haspinger die linke Kolonne an, unter ihm kämpften die Algunder (Peter Thalguter), Lana (Margesin), Meran (Aukenthaler und Franz Thalguter), Tisens und Ulten. Die rechte Kolonne befehligte Peter Mayr, unter ihr fanden sich drei Passeirer und eine Tisner Kompanie. Der linke Flügel, etwa 1500 Mann, stand unter Bucher. Dieser wurde von Valentin Tschöll mit zwei Kompanien von Mais, drei von Algund, je einer von Riffian, Partschins, Meran, Schenna, Dorf Tirol, Naturns, Marling und Vöran, insgesamt 2000 Mann, unterstützt. Immer wieder stürmte das Tiroler Zentrum mit dem Gewehrkolben voraus gegen die Stadt; wurden jedoch zurückgeworfen. Am nächsten Tage verließ der Feind Innsbruck und wurde von den nachstürmenden Landesverteidigern verfolgt.

25. September 1809 Kam es zur Schlacht bei Unken. Eine starke Meraner Kompanie, be-stehend aus Untermaiser und Meranern, unter dem Hauptmann Josef Schweigl und Feldkaplan Degeser, trug wesentlich zum Sieg bei. Sie umgingen in der Nacht vom 24. auf den 25. September, verstärkt mit den Schützen von Algund, Mais, Schenna, Naturns und Partschins, den Feind. Das königlich-bayrische Regiment wurde gänzlich gesprengt; 1.700 Mann wurden gefan-gen genommen. Ganz besonders zeichnete sich Sebastian Bernhard von Untermais aus, der in der Meraner Kompanie stand.

Anfang Oktober 1809 Sah es wieder kriegerisch in Südtirol aus. Der feindliche General Peyri stand in und um Trient. Auf diesen südlichen Kriegsschauplatz war Meran durch eine Schützen-kompanie von 100 Mann Urban Pitsch vertreten.

16. November 1809 Kam es zur letzten siegreichen Schlacht der Tiroler, auf dem Segenbühel. Bei der Verfolgung der Franzosen gegen Bozen fiel am 21.11.1809 der Algunder Schützenhauptmann Peter Thalguter.

22. November 1809 Nach fünftägigem Kampf ergaben sich 900 Franzosen die sich in St. Leonhard verschanzt hatten, den Passeirern und der Sturmmanschaft von Dorf Tirol (Josef Peteffi).

16. Jänner 1810 Beendete eine Verordnung des Oberkommandierenden der französischen Truppen jede Schützentätigkeit: 1. Das Scheibenschießen ist allenthalb verboten; 2. Die erste Übertretung dieses Befehls wird mit 100 Gulden, die zweite mit dreimonatlichem, die dritte mit noch längerem Arrest bestraft, 3. Die Waffenschmiede dürfen keine verdorbenen oder zerrissenen Waffen ausbessern, welche ihnen von den Einwohnern, die nicht zum Militär gehörten, überbracht werden.

13.-17. August 1813 Kämpfte eine Tiroler Schützenkompanien unter Josef Ennemoser in Lauenburg/Elbe, mit den Freischaren von Lützow, gegen die Franzosen. Ennemoser, der aus Rabenstein im Passeier stammte, war Andreas Hofers Geheimsekretär.

1837 Durch eine neue Landesverteidigungs- und Schießstandordnung wurde festgesetzt, dass jeder Tiroler vom 18. bis zum 30. Lebensjahr zum aktiven Schützendienst angehalten wurde. Jede Kompanie bestehe aus 120 bis 150 Mann und wähle ihre Offiziere selbst. Aufgrund der Jahre unter Bayerns Herrschaft sowie der folgenden kriegslosen Zeit bildete sich das Schützen-wesen erst wieder allmählich, da viele keine Gewehre mehr besaßen.

20. August 1838 Kaiser Ferdinand samt Kaiserin war nach Meran gekommen. Anlässlich dieses Besuches marschierten die Schützenkompanien Passeier, Meran und Lana auf, und bildeten die Ehrenwache, sowie den anschließenden Umzug durch die Stadt.

Herbst 1847 Kaiserliches Freischießen in Meran, bei welchem auch Erzherzog Johann teilnahm.

1848 Nahmen mehrere Schützenkompanien freiwillig am Italienfeldzug teil, Josef Abarth, Oberjäger der Schützenkompanie Gargazon wurde vom Kaiser mit den drei Silbernen Sternen ausgezeichnet.

16. Mai 1850 Der Grundstein zum neuen Meraner Schießstand wurde gelegt. Erzherzog Heinrich vollzog den feierlichen Akt.

22. August 1850 Schützen und Stadtgarde marschierten in Parade auf, um den Kaiser Ferdinand samt Gemahlin in Meran willkommen zu heißen.

18. Mai 1851 Feierlicher Umzug anlässlich der Eröffnung des großen Freischießens in Meran, welches Erzherzog Johann gab und wozu er selbst mit Familie anreiste. Von diesem Freischießen rührt das herrliche Steinbockhorn her, das Erzherzog Johann zur Erinnerung an die Festlichkeit dem Schießstand in Meran zum Geschenke machte, welches im selben noch lange in Ehren aufbewahrt wurde.

10. Juni 1859 Die erste Schützenkompanie die vom Etschtal an die bedrohte Grenze mar-schierte, war jene von Mais in der Stärke von 112 Mann. Zur Hälfte bestand diese aus Studenten vom Meraner Gymnasium, weiters aus einigen Meranern, sowie Ober- und Untermaisern.

25. Juni 1859 Die vierte Schützenkompanie des Burggrafenamtes, (nach Mais, Lana und Ulten) aus den Zuzügen der Gemeinden Partschins, Algund, Burgstall, Gargazon und der Stadt Meran bestehend, zog aus. Unter Hauptmann Mosmüller übernahm sie die Sicherung der Bormio-Stellung.

23. Juni 1866 Eine starke Kompanie, bestehend aus den Gerichten Meran und Passeier unter dem Hauptmann Schnitzer, stand auf dem Nonsberg dem Feind gegenüber.

19. November 1870 Anlässlich des Namensfeste Ir. Majestät Kaiserin Elisabeth wurde von der Stadt Meran ein großes Freischießen abgehalten. An die 500 Schützen beteiligten sich.

10. April 1871 Kaiser Franz Josef, welcher seit dem 1. April in Meran weilte, hat ein großes Festschießen bestimmt und zu diesem Zweck 150 Dukaten mit prachtvollen Fahnen und drei Werndle-Stutzen gespendet. Die Eröffnung des Schießens wurde mit einem großen Schützen-aufzug eingeleitet, an dem an die 1.000 Schützen teilnahmen.

1884 Die Schützenkompanie Nals wurde offiziell gegründet. Die Nalser Schützen standen vor der Gründung der eigenen Kompanie wahrscheinlich in den Reihen der Lananer.

23. Februar 1898 Einweihung des neuen Dorf Tiroler Schießstandes, welche unter dem hohen Protektorate Sr. k.u.k. Hoheit Erzherzogs Franz Ferdinant von Österreich stand.

23. September 1900 Ein großes Landesfestschießen wurde in Meran abgehalten. Es nahmen rund 800 Schützen teil.

Am 28. September 1907 Auf dem Meraner Schießstand begann das große Preis- und Festschießen zugunsten der Aufstellung eines Andreas-Hofer-Denkmales in Meran.

August 1909 Zur Jahrhundertfeier von 1809 in Innsbruck rückten aus dem ganzen Burggrafenamt ansehnliche Vertretungen aus. Das größte Kontingent stellte Meran und die Algunder Musikkapelle mit 220 Mann.

24. April 1913 Im Meraner Hauptschießstand fand eine Versammlung der Standschützen statt. Man beschloss ein Memorandum, in welchem die Forderung nach rascher Annahme des Landes-verteidigungsgesetzes durch den Landtag erhoben wurde.

Kappenabzeichen des Standschützenbataillon Meran.

26. August 1914 Die Standschützen von Meran wurden auf der “Postgranz” vereidigt. Das Burggrafenamt stellte mit Passeier insgesamt 3 Bataillone, Lana, Meran und Passeier. Dem Standschützenbataillon Meran gehörten an: Baon I: Meran, Tirol; Baon II: Algund, Naturns, Partschins, Riffian, Kuens, Schenna und Töll; Baon III: Ober- und Untermais, Marling, Tscherms und Vöran.

28. August 1914 Das Standschützen Bataillon Lana wurde vereidigt.

28. und 29. März 1915 Inspizierung der Meraner Standschützen durch Feldmahrschalleutnant
Scholz von Benneburg. Anschließend wurde eine militärische Übung auf der Töll abgehalten.

19. Mai 1915 Am frühen Morgen wurde Allarm für die Meraner Standschützen geblasen.

23. Mai 1915 Bezug der Stellungen: Standschützenbaon Meran I ober Lavarone; Baon II - in der Valsugana; Baon III - im Etschtal bei Rovereto. Bei den Meranern standen nicht nur viele 16- und 17jährige Gymnasiasten, sondern auch der älteste Standschütze Michael Senn, der schon 1859 am Tonalepass ausgerückt war.

24. Mai 1915 Standschütze Michael Senn eröffnete unter Beachtung des Vorstreitrechtes der Meraner das Feuer im Krieg gegen Italien.

20. September 1915 Feierliche Dekorierung der Mannschaft des Abschnittes, in welchem auch das Meran Baon I stand. Von den 400 zur Parade ausgerückten Mann wurden 80 aus-gezeichnet. Davon entfielen 48 Auszeichnungen allein auf das Standschützenbaon Meran I.

18. Oktober 1915 Die österreichische Verteidigungslinie auf den sieben Gemeinden stand unter starken Beschuss. Besonders stark auf den Basson und auf das bereits schwer angeschlagene Werk Lusern, dessen Kommandant, ein Tscheche, die Nerven verlor, ließ die weiße Fahne hissen und befahl der Besatzung das Abrücken. Entsetzen ging durch die Reihen der Standschützen, welche die Front verloren sahen. Der 17jährige Jöchler, Standschütze des Meraner Baons I, meldete sich freiwillig, die Fahne, trotz starkem Beschuss herunterzuholen. Er erzwang mit Ge-walt den Eintritt in die Festung, stieg aufs Werkdeck und riss die Fahne herunter.

15. November 1915 Abzug des Standschützenbaons Meran I von der heiß umkämpften Stellung oder Lavarone. Sie vereinten sich mit dem Baon Meran II, welches seine Stellung am Monte Ghello bei Rovereto innehatte. Fortan bildeten sie zusammen das Baon Meran I unter dem Kommando von Major Widerin, während das Baon Meran III im Fersental stand.

Verlorene Heimat, Gemälde von Thomas Riss.

4. November 1918 Aufgrund falscher Befehlsausgabe seitens der österreichischen Heerführung, legte die Landesverteidigung vorzeitig die Waffen nieder, und begab sich auf schnellsten Wege nach Hause, während hinter ihnen bereits die Italiener nachrückten und alle derer sie habhaft wurden gefangen nahmen. Darunter Oberleutnant Stefan Gruber, Leopold Pretz, Regimentsarzt Dr. Walter Merz und Hermann Hofer, alle vom Baon Meran I.

          

Benutze Quellen: E. Hirn - Tirols Erhebung im Jahre 1809, A. Kaltenmarkt - Chronik des Meraner Schützenwesens, M. Ladurner Parthanes - Festschrift zum 15. Treffen der Alpenregion, F. v. Marsoner - Die Marsoner, A. Pardatscher - Der Freiheitskampf 1796/97, S. De Rachewiltz - Dorf Tirol und seine Schützen, Die Tiroler Schützenkompanien.