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Wir Schützen legen ein klares Bekenntnis zur Heimat Tirol ab, bewahren Tradition und Brauchtum. Wir stellen uns den Auseinandersetzungen unserer Zeit, ohne zu vergessen was uns die Geschichte gelehrt hat. Wir sind das politische Gewissen des Landes, welches überparteilich die Interessen der deutschen und ladinischen Volksgruppe vertritt.

Dicke Kameradschaft mit Gleichgesinnten in ganz Tirol. Hier, wo sich Alt und Jung, Mann und Frau ohne Unterschied des gesellschaftlichen Standes mit einem freundschaftlichen "Du" ansprechen, findet jeder seinen Platz und seine Aufgabe. Es spielt dabei keine große Rolle, ob man als Schütze unter Gewehr ausrückt oder als Marketenderin neben dem Hauptmann in der ersten Reihe steht. Allen gemeinsam sind die Ziele, die Freude an der Traditionspflege und die Bereitschaft, sich für die Heimat einzusetzen.

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Marlinger Jungschützen besichtigen Stellungen des 1. Weltkrieges

Kategorie: Bezirk Burggrafenamt/Passeier, Jugend

Von: Bezirk Burggrafenamt/Passeier
Samstag, 15. Oktober 2011

Gruppenbild vor dem Col di Lana
Die Jungschützen bei der Erkundung der Schützengräben...
...und der Stollen.

COL DI LANA - Der Sommerausflug der Marlinger Jungschützen fand heuer am 28. August statt und führte diese zum berüchtigten Kriegsschauplatz am Col di Lana in den Buchensteiner Dolomiten. Die Besichtigung der verschiedenen Stellungen des ersten Weltkrieges war für die Teilnehmer am Ausflug nicht nur ein abenteuerliches, sondern vor allem ein beeindruckendes Erlebnis, das die Grausamkeit und Unmenschlichkeit des Krieges vor Augen geführt hat.

Um 9 Uhr morgens haben sich die Jungschützen und ihre Begleitung am Valparolapass im Gadertal mit Günther Obwegs getroffen, der die Gruppe den ganzen Tag bis zum Col di Lana begleitet und eine fachkundige Führung geboten hat. Günther Obwegs hat sich über viele Jahre hinweg vor Ort und auch in historischen Archiven über die Kriegsereignisse rund um den Col di Lana kundig gemacht und gilt heute als einer der wichtigsten Fachleute der Dolomitenfront im 1. Weltkrieg.

Unter dieser fachkundigen Führung ging es vorerst an der Festung „Tre Sassi“ am Pass vorbei an Versorgungsanlagen und Unterkünften der k.u.k.-Armee und an Stellungen, welche in den Hängen von Dolomitkalkgestein eingehauen sind, entlang zu den Ausläufern des Monte Sief, der dem Col di Lana vorgelagert ist. Dort finden sich mit Steinmauern ausgearbeitete Schützengräben, die sich im Zick-Zack-Kurs bis zum Gipfel erstrecken. Für die Buben ein gewaltiges Erlebnis, vor allem aufgrund der anschaulichen Erklärungen und verstärkt durch das Auffinden von Metallteilen von Granaten, Schrapnellen und anderen Kriegsrelikten.

Eines der Höhepunkte des Ausfluges war die Besichtigung des von Österreichern angelegten Stollens, der einige Hundert Meter in das Berginnere des Monte Sief führt. Mit Taschenlampen ausgerüstet gingen die Jungschützen auf Erkundungstour.

Neben dem Monte Sief erhebt sich der 2.463 Meter hohe Col di Lana, welcher im 1. Weltkrieg zwischen Österreichern und Italienern heftig umkämpft war. Das italienische Militär, vor allem Alpinieinheiten, versuchten zwischen 1915 und 1916 immer wieder den von den Tiroler Kaiserjägern besetzten Gipfel zu stürmen. Bei diesen Kämpfen sind sehr viele Soldaten, vor allem angreifende Italiener gefallen. Im Laufe des langwierigen Stellungskrieges entlang der Dolomitengipfel wurde dieser Berg zu einem wichtigen Symbol für Sieg oder Niederlage.

Im Bereich des Col di Lana waren an die 10.000 Soldaten im Einsatz, die den widrigsten Umständen wie Kälte, Hunger und dauernder Lebensgefahr widerstehen mußten. Beim österreichischen Heer benötigte man für 1 Mann an der Front 16 Mann die für die Versorgung und Verpflegung hinter den Frontlinien im Einsatz waren. Beim italienischen Heer lag das Verhältnis gar bei 1:28. Nachdem die Italiener einen Angriffskrieg führten und die Österreicher einen Verteidigungskrieg, lag das Verhältnis der Gefallenen bei 2 Drittel Italiener zu einem Drittel Österreicher.

Die Italiener entwickelten schließlich den Plan für eine Unterminierung des Berges, die geräuscharm mit Handbohrmaschinen und Meißeln erfolgte. Anfang 1916 erkannten die Österreicher dass der Berggipfel unterminiert wurde und konnten einen Teil der Besatzung abziehen. Ihren Höhepunkt fanden die Kämpfe in der Nacht vom 17. auf den 18. April 1916, als der Gipfel um 23:30 Uhr gesprengt wurde und über 100 Tirolern das Leben kostete. Die Tiroler Kaiserjäger mussten den Berg daraufhin aufgeben, sie konnten sich jedoch am Monte Sief, der mit dem Col di Lana durch einen Gipfelgrat verbunden ist, behaupten und so einen italienischen Durchbruch in dieser Gegend verhindern.

Die Eindrücke des Tages waren so stark, dass die Jungschützen bereits jetzt den Wunsch geäußert haben im nächsten Jahr wieder einen Ausflug zu anderen Schauplätzen dieses für unsere Vorväter so prägenden Krieges zu organisieren.

Alle lauschten Aufmerksam den interresanten Ausführungen von Günther Obwegs
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