Die Schützenkompanie St. Martin wurde im Jahre 1958 wiedergegründet, nachdem sie 1922 mit der Machtübernahme der Faschisten in Italien aufgelöst worden war. Nur durch die tirolische Gesinnung und das Bekenntnis zum Schützenwesen war einigen wenigen Idealisten der Ansporn gegeben, anfangs der 1950er Jahre die Schützenkompanie in St. Martin wieder aufzubauen.
Nach anfänglichen finanziellen und materiellen Problemen gelang im Jahre 1958 die offizielle Gründung der Schützenkompanie St. Martin. Die Aktivitäten der Kompanie bestanden nicht nur in Gedenkfeiern zu Ehren Andreas Hofers, Prozessionen und der Teilnahme an Kompaniegründungen, sondern auch in der Zusammenarbeit mit den Kompanien Walten, St. Leonhard und Platt (Schützenbataillon Passeier). Gemeinsam mit den Heimatpflegern von Passeier wurden sehr viele Kulturdenkmäler im Passeiertal restauriert und somit für die Nachwelt erhalten. Nach den Sprengstoffanschlägen 1961 (Feuernacht) wurde die Schützentätigkeit durch die italienische Regierung unmöglich gemacht. Trachten-, Fahnen-, Chargen- und Ausrückungsverbote sowie Hausdurchsuchungen und Verhaftungen prägten diese Jahre. Angst und Unsicherheit machten sich breit, und zahlreiche Offiziere und Schützen der Passeirer Kompanien wurden verhört, bedrängt und gefoltert. Sie blieben für ihr Leben gezeichnet. Das Bataillon Passeier hörte somit auf zu existieren.
In einzelnen Kompanien jedoch lebte die Schützentradition fort, so auch in St. Martin. Die Tätigkeiten beschränkten sich jedoch ausschließlich auf kirchliche Feiern und Ehrerweisungen auf Beerdigungen von Schützenkameraden im Dorf. Ab 1961 fanden also keine größeren Ausrückungen und Aktivitäten statt, bis Anfang der 70er Jahre die Kompanie ihre Tätigkeit wieder aufnahm.
Mitte der 1970er Jahre kam durch den Führungswechsel auch frischer Wind in die Schützenkompanie St. Martin. In den folgenden Jahren wurde die Kompanie aufgebaut und nahm an zahlreichen Ausrückungen, Protestaktionen und Gedenkfeiern teil.
Die Hauptleute der Schützenkompanie St. Martin: 1958 bis Mitte der 60er Jahre: Gustaf Gufler (Maurer Gustl); Mitte der 60er Jahre bis 1977: Josef Haller (Egger Sepp); 1977 bis 1990: Rudolf Rier (Much Rudl); 1990 bis 2002: Adolf Unterthurner; 2002 bis 2005: Rudolf Brunner; 2005 bis 2008: Florian Krezdorn; 2008 bis 2011: Armin Oberprantacher.
Heute besteht die Kompanie aus 45 aktiven und 8 unterstützenden Mitgliedern. Sie ist ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft.