Andreas Hofer und seine Burggräfler Mitstreiter

Andreas Hofer, nach einem Gemälde von Franz v. Defregger.

Andreas Hofer

Andreas Hofer, Oberkommandant von Tirol wurde im Jahre 1767 im Wirtshaus Sand in St. Leonhard Passeier geboren. Mit 12 Jahren verlor Andreas seinen Vater, während er die Mutter noch früher entbehren musste. Durch seinen Handel mit Wein, Südfrüchten und Pferden verschaffte er sich beträchtliche Kenntnisse von Land und Leuten. Sein biederes, treuherziges Wesen, der gesunde Haus-verstand und der Tiefreligiose Sinn waren hervorstechende Eigen-schaften des Sandwirtes. Es zeigte von großen Ansehen, dass er 1790 als Vertreter seines Tales in den Innsbrucker Landtag gewählt wurde. 1796 stand er mit der 2. Meraner Schützenkompanie als "wegkundiger Schützenkoporal" am Tonolepaß. Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für den Aufstand gegen die Bayern reiste er Anfang 1809 nach Wien. Heimgekehrt war es der Sandwirt, dem im April der Hauptverdienst an der Durchführung des Befreiungskam-pfes südlich des Brenners gebührte. Im Monat Mai schlug er im Verein mit Österreichischen Truppen als Oberfeldherr die starken feindlichen Truppen. Nach dem sieg am 13. August auf dem Berg Isel begann Hofer sein walten als Oberkommandant von Tirol in der Innsbrucker Hofburg. Abgesandte des Kaisers Franz überreichten dem Sandwirt die goldene Ehrenkette mit Medaille. Am 27. Oktober erreichte ihm die Nachricht, dass Österreich mit Frankreich Frieden geschlossen hat. Lies sich trotzdem zum Kampf überreden und nach längeren Hin- und Herschwanken lag Tirol im Dezember 1809 zu Füßen des Feindes. Hofer flüchtete mit seinem Schreiber Kajetan Sweth auf die Pfandler Alm. Franz Raffl, Kleinbauer aus Schenna verriet ihn für 1500 Gulden. 600 Soldaten umstellten am 28. Jänner 1810 die Almhütte, Hofer wurde gefangen genommen und nach Mantua gebracht, wo er am 20. Februar erschossen wurde.

 

Blasius Trogman, Gemälde im Berg Isel Museum.

Blasius Trogmann

Blasius Trogmann, Schützenhauptmann von Mais, hat sich als Anfüh-rer bei den Kämpfen im Etsch- und Inntal und als Berater Hofers große Verdienste im Kampf um seine Heimat erworben. Am 28. Jänner 1781 wurde er als jüngster Sohn des Oberweidlbauer Johann Trogmann und dessen Ehefrau Klara Zipperle geboren. Im stürmi-schen Kriegsjahr 1797, gerade 16 Jahre alt, zog er mit der freiwilli-gen Maiser Schützenkompanie gegen Napoleonische Truppen ins Feld. Es gelang ihm, drei Italienische Nationaltrachten zu ergattern, und in seiner Verkleidung wagte er sich weit in feindliches Gebiet vor. Trogmann überbrachte dem Kommandanten wichtige Auf-schlüsse über feindliche Stellungen. Als Andreas Hofer am 17. August 1809 die Hofburg in Innsbruck bezog, war unter seinen eng-sten Mitarbeitern und Beratern auch Trogmann. Er wurde von der Viertlskonferrenz in Lana am 10. Oktober als Abgeordneter zur Audienz bei Sr. Majestät dem König von Bayern gewählt. Erst im Jahre 1841 wurde ihm von Kaiser Ferdinand dem "Gütigen" in Aner-kennung seiner Verdienste die "mittlere" goldene Medaille verliehen. Am 6. Juni 1842 trat er die Pförtnerstelle auf Schloss Tirol an, wel-cher er bis zu seinem Tode am 19. März 1865 inne hatte.

 

Valentin Tschöll, Gemälde im Stadtmuseum Meran.

Valentin Tschöll

Johann Valentin Tschöll, Oberkommandant im Landgericht Meran, wurde am 9. Februar 1749 als elftes von vierzehn Kindern in Mitterplars zu Algund geboren. Tschöll beteiligte sich in dem Feld-zuge von 1797 gegen die Franzosen als Unterleutnant der Meraner Schützenkompanie, unter dem Hauptmann Josef Glatzl. Für bewie-sene Tapferkeit erhielt Glatzl die große, Tschöll die kleine landschaft-liche Ehrenmedaille. Im Jahre 1807 bekleidete Valentin Tschöll die Stelle eines Koporals in der Bürgermiliz in Meran. 1808 erwirbt er den Mayrhof zu St. Valentin in Obermais. Von Maiser Bauern zu Anführer gewählt, zog er mit bewaffneten Volke am 11. April 1809 in Meran ein, den bayrischen Landrichter und andere Bayrische Beamte lies er gefangen nehmen. Damit begann die Erhebung! Tschöll mar-schierte mit seinen Leuten und Pseirern, die dem Aufruf Hofer und dem Kraftvollen Appell von Tschöll folgten, über den Jaufen zum Berg Isel. Dort hatten sie rühmlichen Anteil an der zweiten Schlacht, an der zweiten Befreiung Tirols. In der Schlacht am Berg Isel am 13. August kämpfen 14 Kompanien aus dem Burggrafenamt unter dem Kommando von Tschöll, welcher mittlerweile einer der 15 Defen-sionskommisären ist. Er wurde nun auch k.u.k. Kommandant von Meran angesprochen. Bei den letzen Gefechten am Küchelberg ( 16. November 1809) und bei den Kampf um St. Leonhard war Tschöll wohl nicht mehr dabei, gilt er doch als sehr besonnener Landes-verteidiger. Der kaiserliche Rat Hormayr beantragte für ihn die goldene Zivilmedaille mit Kette. Ungewiss ist, ob er sie je erhalten hat. Am 21. März 1832 starb Valentin Tschöll.

 

Graf Johann, der letzte Stachelburger, in der zweiten Berg Isel Schlacht gefallen.

Graf Johann von Stachelburg

Als es 1809 galt die Schützenkompanien ordentlich unter einer Kom-mandantschaft zu organisieren, sowie auf drängen der Bauern auch die Adeligen mit einzubeziehen, gelang es Hormayr Graf Johann v. Stachelburg als Hauptmann für eine Kompanie zu gewinnen. Am 25. Mai standen die Meraner Kompanien am Schönberg und kamen alsbald in den Kontakt mit dem 8.000 Mann starken Feind. An diesem tag verloren die Meraner Kompanien den Graf von Stachelburg. Geboren am 03. Septem-ber 1778, verehelicht mit Elisabeth Gräfin von Mohr, Vater von 3 minder-jährigen Töchtern und der letzte Sprössling seines Geschlechts. Als Patriotischer Mann schloss er sich freiwillig und auf eigenem Solde der Meraner Kompanie an. Furchtlos stand er im Kugel-hagel, als er gegen 5 Uhr abends im Unterleibe 2 Schusswunden erhielt. Wahrscheinlich fiel er, als er mit 24 Algundern trotz aller War-nungen den gerade vor der Front-atacke liegenden Sarntheinerhof stürmen wollte. Am folgenden Tag wurde von er 6 Meraner Schützen in Natters zu Grabe getragen. Nach der sieg-reichen Schlacht zog die Meraner Kompanie über den Jaufen in ihre Stadt zurück. In Saltaus umwand die ganze Kompanie ihre Hüte mit Trauerflo-ren. In Meran angekommen busuchten sie in der Pfarrkirche den Trauergottesdienst.

 

Peter Thalguter

Peter Thalguter, Schützenhauptmann aus Algund, kam am 1. Juli 1776 in Algund zur Welt. 1796 und 1799 rückte er das erste mal mit den Algunder Schützen im Trentino und im Vinschgau aus. Am 11. April 1809 zog er, mittlerweile Töllerbauer in seinem Heimatdorf, als Fähnrich beider Algunder Kompanien nach Meran, wo man unter Tschöll der bayrischen Regierung ein Ende bereitet. Als hervorragen-der Reiter hatte sich Thalguter einen Namen gemacht, weswegen er öfters mit besonderen Aufgaben betraut wurde. In der zweiten und dritten Berg Isel Schlacht fällt der Algunder Hauptmann durch Ent-schlossenheit, Mut und Draufgängertum auf. Als Adjutant Speckbachers zieht der Töllerbauer ende September nach Salzburg, wo die Tiroler am 25. September 1809 den von den Franzosen Besetzten Pass Strub zurückerobern. Er gewann Zusehens an An-sehen und wurde von einigen Burggräfler und Vinschger Schützen-kompanien zum Oberkommandanten gewählt. Der Nachricht vom Friedenstraktat zwischen Kaiser Franz und Napoleon schenkte er keinen glauben und kämpfte entschlossen weiter. Als am 16. November 4000 Schützen aus dem Burrggrafenamt, dem Passeier und dem Vinschgau ebenso vielen Franzosen gegenüberstanden, leitete Peter Thalguter die gesamte Kampfoperation. Es ist allein dem Mutigen und draufgängerischen Vorgehens des Töllerbauers zu verdanken, dass der Kampf am Abend siegreich beendet wurde. Weil er die Feinde auch aus Bozen vertreiben wollte, bezog er am 20. November Stellung auf den Höhen von Jenesien. Durch eine List der Franzosen, wurden die Tiroler Schützen am nächsten morgen von allen Seiten angegriffen. Obwohl die Lage aussichtslos war, stürzten sie sich in den Kampf. Um die Mittagszeit des 21.November 1809, traf ihn ein Kugel tödlich.

 

Benutze Quellen: Alexander Kaltenmarkt - Chronik des Meraner Schützenwesens, Tiroler Schützenzeitung - Festausgabe 1984, S. De Rachewitz - Dorf Tirol und seine Schützen.